
Aktuelle
Pressemitteilung
Berlin/Stuttgart, 28.06.2002 Bund der Selbständigen zu den Plänen von Wirtschaftsminister Müller
für kleine und mittlere Unternehmen „Die Pläne von
Wirtschaftsminister Müller packen das Grundübel nicht bei der Wurzel“, so
Dorothea Störr-Ritter MdB, Präsidentin des Bundes der Selbständigen in
Baden-Württemberg, zu den neuesten Vorschlägen zur Mittelstandsfinanzierung
von Minister Müller. „Wir brauchen eine spürbare Entlastung der kleinen
Betriebe durch eine Senkung der Steuern und Abgaben, die ihnen endlich eine
Eigenkapitalbildung am Standort Deutschland ermöglicht!“, so Störr-Ritter
weiter. Minister Müller stellte in dieser
Woche in Aussicht, ab 1. Oktober 2002 eine unbürokratische Möglichkeit für
neue Unternehmen bis zu 10 Mitarbeitern für das Gewähren von Krediten bis
zu einer Höhe von 25.000 € zu schaffen. Weiterhin kündigte er Reformen zu
den 325-€-Jobs sowie eine Generationswechselprämie für Ostdeutschland ab 1.
Januar 2003 an. „Einige der Maßnahmen für
Kleinunternehmen sind durchaus zu begrüßen, insbesondere wenn tatsächlich
der Bürokratieaufwand wegfällt. Nur, so richtig die Vorschläge im Einzelnen
auch sein mögen, es fehlt die entsprechende Gesamtausrichtung der Wirtschaftspolitik.
Mittelstandspolitik erfordert ein zielführendes ressortübergreifendes
langfristiges Handeln, dem sich die einzelnen Maßnahmen unterordnen“. Nach Auffassung von
Baden-Württembergs größtem Mittelstandsverband stehen die kleinen und
mittleren Betriebe mit dem Rücken zur Wand, wie auch die Rekordpleitewelle
im ersten Halbjahr 2002 von 18.800 beweist. Ein Ende der Steigerung der
Lohnnebenkosten ist nicht in Sicht, bei einer gleich bleibenden
Sockelarbeitslosigkeit von rund 4. Mio. Personen, obwohl die Anzahl der
Erwerbspersonen seit 1998 um rund 0,5 Mio. abgenommen hat. „Unser Land braucht schlüssige
Gesamtkonzepte, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln und das Investieren in
die eigene Selbständigkeit wieder lohnend erscheinen zu lassen“, ist Störr-Ritter
der festen Überzeugung. „Es muss ein Gesamtpaket auf den Weg gebracht
werden, mit den Komponenten: Verbesserung der Möglichkeiten zur
Eigenkapitalbildung bei Einzelfirmen und Personengesellschaften,
Neuregelung der Sozialversicherungen und Maßnahmen im Bereich der Betriebsübergaben,
wenn ein Unternehmen erfolgreich fortgeführt wird“, so der Appell von
Störr-Ritter.
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Mittelstandspolitik
degeneriert zum Stückwerk: Gute Ansätze, aber kein Gesamtkonzept
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