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Basel II



Die schlimmsten Befürchtungen bei den Vergaberegeln für Unternehmenskredite abgewendet.

BDS-Präsidentin Störr-Ritter warnt vor Verblendung: „Die Finanzierungsprobleme des Mittelstandes sind
 damit nicht gelöst“.

Stuttgart. „Die schlimmsten Befürchtungen bei den Vergaberegeln für Unternehmenskredite sind abgewendet. 
Man darf nun aber nicht so tun, als ob damit die Finanzierungsprobleme des Mittelstandes gelöst seien“. Dies 
erklärte Dorothea Störr-Ritter MdB, Präsidentin des Bund der Selbständigen in Baden-Württemberg anlässlich 
der gestrigen Sitzung des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht.

Die Ergebnisse der Capital Task Force des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht waren schon vergangene 
Woche bekannt geworden: Danach sollen für Kredite an kleine und mittlere Unternehmen deutlich niedrigere  
Eigenkapitalanforderungen als für Kredite an Großunternehmen gelten. Kredite bis zu 1 Mio. € müssen von 
den Banken nun im Durchschnitt nur mit der Hälfte des sonst üblichen Eigenkapitalbedarfs unterlegt werden. 
Daneben sollen für Unternehmen bis zu einer Umsatzgrenze von 50 Mio. €, die einen höheren Kreditbedarf als 
1 Mio. € haben, Risikoabschläge in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße auf das von den Kreditinstituten 
vorzuhaltende Eigenkapital gewährt werden dürfen.

Der Bund der Selbständigen begrüßt ebenfalls die Behandlung von langfristigen Krediten, für die ursprünglich 
ein Zuschlagsfaktor vorgesehen war. Jetzt sollen die nationalen Aufsichtsbehörden innerhalb bestimmter Grenzen 
wählen dürfen, ob ihre Kreditinstitute Eigenkapitalzuschläge für längere Laufzeiten erheben müssen oder von 
einer einheitlichen Durchschnittslaufzeit ausgehen dürfen. Die deutsche Aufsicht hat dabei bereits signalisiert, 
sich gegen eine explizite Berücksichtigung der Laufzeit als Risikofaktor zu entscheiden. Die klassischen Mittel-
standskredite bleiben danach in jedem Fall von Eigenkapitalzuschlägen für längere Laufzeiten verschont.

Bei allen Erleichterungen, für die auch der BDS in den vergangenen Jahren gekämpft hat, warnte Störr-Ritter 
eindringlich davor, so zu tun, als ob die Mittelstandsfinanzierung nun gesichert sei. „Es ist schon jetzt sehr 
schwierig Kredite von den Banken zu bekommen. Insbesondere die kleineren Unternehmen leiden darunter
 zusehends“ berichtet Störr-Ritter aus den Erfahrungen des Verbandes.

Hinzukommt, die dünne Eigenkapitalbasis der kleineren und mittleren Unternehmen. Dies macht sie in hohem 
Maße abhängig von Bankkrediten. Mit jeder Verteuerung der Kreditkonditionen, wie sie auch weiterhin durch 
schlechtere Bonitätsbewertungen zu befürchten ist, ist deshalb die Gefahr weiterer Unternehmenspleiten ge-
geben. „Wir brauchen daher neue Finanzierungskonzepte für den Mittelstand“ so Störr-Ritter weiter.

Letzten Endes führt aus Sicht des Bundes der Selbständigen aber kein Weg an umfassenden politischen Maß-
nahmen zur Verbesserung der Eigenkapitalausstattung der Betriebe vorbei. „Mindestens genauso wichtig wie 
die Erfolge in Basel ist eine Absenkung der Steuern, Abgaben und Lohnnebenkosten, damit der Mittelstand 
aus eigener Kraft zu einer besseren Eigenkapitalbasis kommen kann“ formulierte Störr-Ritter ihre Erwartungen 
an die neue Bundesregierung und kündigte damit das vornehmliche Engagements Ihres Verbandes nach der 
Bundestagswahl an.

Weitere Informationen:
Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Becker
Mittelstandspolitischer Referent

Bund der Selbständigen
Baden-Württemberg e.V.
Taubenheimstr. 24
70372 Stuttgart
Tel. 0711/954668-14
Fax. 0711/954668-33
www.bds-bw.de

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Datum der letzen Aktualisierung:13. Juli 2002